Logopädie

Aphasien (Sprachstörungen)


Erworbene Sprachstörungen, die als Folge einer Hirnverletzung auftreten, z.B. nach Schlaganfall, Schädelhirntrauma, Tumor, degenerativen Erkrankungen oder Entzündungen des Gehirnes.
Bei Aphasien ist immer das gesamte Sprachsystem betroffen. Die Patienten haben Mühe mit dem Verstehen von gesprochener und geschriebener Sprache und mit Sprechen und Schreiben.

Behandlung:
Mit verschiedenen therapeutischen Methoden, die auf das spezifische Störungsbild des einzelnen Patienten ausgerichtet sind, werden einerseits die gestörten Sprachfunktionen behandelt, andrerseits auch Kompensationsstrategien vermittelt.

Einzeltherapie:
Ausgehend von einer Abklärung aller sprachlichen Funktionen wird eine individuell ausgerichtete und störungsspezifische Einzelbehandlung durchgeführt.

Gruppentherapie:
In der Gruppentherapie liegt der Schwerpunkt auf der Förderung der Kommunikation mit anderen Patienten. Alle zur Verfügung stehenden Mittel sollen zur Verständigung eingesetzt werden. Damit soll die Übertragung kommunikativer Strategien in typische Alltagssituationen mit unterschiedlichen Gesprächspartnern, aber ohne Zeitdruck geübt werden.

Alltagsorientierten Therapie (AOT):
In der alltagsorientierten Therapie (AOT) wird der Schritt zurück in den Alltag vorbereitet. Diese Therapieform ermöglicht dem Aphasiker, in Begleitung der Therapeutin die in der Logopädie erarbeiteten Kommunikationsstrategien in realen Situationen zu erproben und zu festigen.

Dysarthrien (Sprechstörungen)


Patienten mit einer Dysarthrie können infolge einer zentralen oder peripheren Schädigung des Nervensystems Sprechbewegungen nicht mehr richtig steuern und ausführen. Bei einer Sprechstörung können Atmung (Respiration), Stimmgebung (Phonation), Melodie und Rhythmus (Prosodie), Resonanz und Lauterzeugung (Artikulation) betroffen sein. Daher ist die mündliche Kommunikation bei dysarthrischen Patienten durch eine Veränderung der Lautstärke, des Sprechrhythmus sowie durch eine Veränderung der Stimme und eine undeutliche Artikulation eingeschränkt.

Behandlung:
Nach eingehender Diagnostik ist das Ziel der logopädischen Therapie, die gestörten Funktionen zu verbessern oder die Koordination dieser Funktionen zu optimieren, um ein möglichst unauffälliges und gut verstehbares Sprechen zu erreichen. Ist die lautsprachliche Mitteilungsfähigkeit des Patienten sehr stark eingeschränkt oder gar aufgehoben, muss der Einsatz von alternativen Kommunikationshilfsmitteln erwogen werden. Es kann sich dabei um eine einfache Buchstabentafel oder um ein elektronisches Gerät mit Display und synthetischer Sprachausgabe handeln.

Dysphonien (Stimmstörungen)


Die Hauptmerkmale von Stimmstörungen sind ein veränderter Stimmklang und eine reduzierte stimmliche Leistungsfähigkeit. Stimmstörungen können körperliche Ursachen haben oder durch einen fehlerhaften Gebrauch der Stimme entstehen. Auch seelische Belastungen können die Stimmfunktion beeinflussen.

Behandlung:
Eine Untersuchung der Stimmfunktion durch einen HNO-Arzt und gegebenenfalls durch einen Stimmspezialisten (Phoniater) ist notwendig, um die Ursache der Stimmstörung zu klären und die geeigneten Therapiemassnahmen festzulegen. Nicht alle Stimmstörungen müssen logopädisch behandelt werden. In der logopädischen Therapie arbeiten wir mit verschiedenen Methoden an Körperspannung, Haltung, Atmung, Stimmgebung und an der Lautbildung, um den Stimmklang zu normalisieren und die Belastbarkeit der Stimme zu erhöhen.

Dysphagien (Schluckstörungen)


Patienten mit Schluckstörungen können Schwierigkeiten beim Kauen, beim Transportieren der Nahrung im Mund oder beim Schlucken selbst haben.

Behandlung:
Die am Schlucken beteiligten Vorgänge werden zunächst von Logopädinnen untersucht und bei Bedarf erfolgt eine zusätzliche endoskopische Untersuchung durch einen spezialisierten Facharzt, welcher regelmässig konsiliarisch für Schluckabklärungen in die Klinik Valens kommt. Ziel der Behandlung ist es, die Patienten zu befähigen, wieder ausreichende Mengen Nahrung und Flüssigkeiten selbständig essen und trinken zu können. Manche Patienten benötigen bestimmte Kostformen und speziell angepasste Hilfsmittel.

Trachealkanülenmanagement


Wenn Patienten nur unzureichend atmen können oder unter sehr schweren Schluckstörungen leiden, muss manchmal eine Trachealkanüle eingelegt werden. Dies ist ein Röhrchen, das über einen Luftröhrenschnitt in die Luftröhre eingeführt wird. Das erleichtert die Atmung und bietet Schutz vor Verschlucken, d.h. Eindringen von Nahrung in die Luftwege. Unsere Logopädinnen sind an der Auswahl der optimalen Kanülen beteiligt, um den Patienten die Kommunikationsfähigkeit zu verbessern. Ziel der logopädischen Therapie ist ausserdem die Verbesserung von Atemfunktionen und Schluckfähigkeit. In den meisten Fällen können Trachealkanülen im Verlauf der Rehabilitationsbehandlung wieder entfernt werden.

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